Halloween – Baby steps zur Schutzgelderpressung

Gestern haben wieder unzählige Eltern ihre Kinder zu Kleinkriminellen erzogen. „Süßes oder Saures“ was die fehlerhafte Übersetzung von „Trick or Treat“ ist — müsste im Deutschen „Süßes sonst gibt es Saures“ heißen — vom amerikanischen Halloween übernommen wurde und nicht anderes bedeuted, als die Androhung einer Sachbeschädigung, sollte der Angesprochene nicht mit der Abgabe von Süßigkeiten reagieren. Ginge es um mehr als nur ein paar Süßigkeiten für unter 5 Euro, es wäre der § 253 StGB Erpressung, so ist es immer hin noch §240 StGB Nötigung.

Da ist es schon ein starkes Stück, wenn man das Kind im Alter fünf oder sechs Jahren anraunzt, dass hier nicht Amerika und dies eine Unsitte ist, man sich zusätzlich von den Eltern beschimpfen lassen muss. Ja, liebe Mutti, das kann passieren, wenn man seine Kinder, die kaum dem Toddler-Alter entwachsen sind, an wildfremde Türen klingeln lässt und glaubt, dass die Androhung einer Sachbeschädigung und Nötigung zur Abgabe von Süßigkeiten, also Bettelei mit Nötigung sei ein sozial angemessenes Verhalten. Die Kinder begegnen eben auch Menschen, die an der amerikanischen Halloween-Unsitte nichts witzig finden, sich vom Kindchenschema nicht beeindruchen lassen und folglich auch dem süßesten Zwerg mit ruppiger Stimme, das Fehlverhalten vorhalten.

Es gibt wirklich schönere Bräuche, die man aus dem Ausland importieren kann, als ausgerechnet Kinderhorden, die durch die Straßen ziehen und ihre Mitmenschen nötigen.

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