Weird Legal view – Trademark trolls in German Woods

Since the Pi takedown a few English readers are on this otherwise German blog, I will summerize the last to posts, since it has implications to zazzle and their worldwide offer including Germany and hence lies in German jurisdiction even if designer and zazzle do not reside in Germany.

A few weeks ago I received the German version of a cease and desist notification. German cease and desist notifications come with legal fees from the very beginning. And because of a nasty happit to evaluate the worth of a trademark 50,000 Euros and more as a rule, you are forced to take the help of an attorney yourself if you choose to resist.

Some company, which I personally view with low respect, trademarked the word „shopaholic“ in the Nizza class 25 with the German trademark registrar and two days after the opposing period they started to send out cease and desists. Since the word with its meaning is trademarked, any graphic variation and anything that presents the likelihood of confusion can’t be used anymore by their competitors. This includes the word across the chest of a t-shirt, which the Print-on-Demand service www.spreadshirt.de offered, designed by me, according to opposing attorney and a judge from the Landgericht Hamburg.

shirt with shopoholic

Although I do not sell T-Shirts or any other textile for that matter and Nizza 25 only concerns companies that deal with textiles, I received this darn notification. Some time a ago the high court in Berlin ruled in a similar case, that the wearer of a shirt sees the text „Held der Arbeit“ (hero of work) as funny praise of the wearer and does not imply the use as a trademark thus connecting the text with the origin of that T-Shirt. It is not recognized as trademark.

Happy about this overdue, sense making ruling, I referred to the ruling pointing out, that my shirt uses „shopoholic“ as selfincriminating expression and is recognized as such by wearer and t-shirt reader, this cease and desist doesn’t concern me.

A lower court than the „Kammergericht Berlin“ the „Landgericht Hamburg“ ruled, that despite the fact, that I don’t sell shirts and despite the fact, that „shopoholic“ has a strong generic meaning I am to cease and desist und to pay for all legal fees. I went to a laywer myself. Payed for the assessment and the application for financial aid. Due to a lack of expectation, the legal battle could be won by me, legal aid was denied thus confirming again, that Hamburg Court is nuts to believe that we are all trademark zombies and look for trademark signs where ever we see a shirt with generic text like „shopaholic“ across the chest. And worse, I was made responsible for an offer I didn’t make. I don’t run www.spreadshirt.de. SPRD.net AG, Germany is responsible for all content and all offers. I’m the designer not the printer nor the seller of T-Shirts on the print on demand site. I provided a service for spreadshirt and receive a fee for the usage by spreadshirt on www.spreadshirt.de on a usage by usage basis payable if the sale was successful.

This ruling as devastating implications, since any designer mentioned on the customers sites now risks a cease and desist notification for real and perceived infringements, connected with their work. Just imagine stockwork artists barely aware where, when and what their work is used for and work that may change after a the initial inspection. Not to mention the effort and costs it would take to keep track of your work and to assess the risks over and over again.

It is a pretty mess this judge Enderlein from the Landgericht Hamburg created.

And as Law Professor from Stanford University Mark Lemley, the Kammergericht Berlin and I see it, it is totally out of this world to think, that generic text in common fonts have any other meaning as its literal meaning and are an expression of the wearer and nothing else. It’s not a trademark usage. trademark ruling doesn’t apply.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Der Unterschied zwischen Recht und Unrecht Teil II

Ich fasse zusammen von Teil I. Wenn jemand für 600 Euro beim Registergericht für ein Wort aus deiner und meiner Alltagssprache für die Warenklasse 25 (Textilhandel) als Wortmarke anmeldet, mehrt sich der Wert auf wundersame Weise auf 20.000 Euro, egal ob dafür schon Werbung gemacht wurde, etwas entwickelt wurde oder es auf der Welt auch nur eine Sau gibt, die dafür eine müde Mark ausgeben würde oder eine Bank aud diesen Wert einen Kredit vergeben würde. Der Anwalt des Markentrolls darf den Wert sogar auf 50.000 Euro festlegen, ohne sich den Vorwurf der Sittenwidrigkeit gefallen lassen zu müssen. Der Abmahnung folgte ein Landgerichtlicher Beschluß, der besagt, dass man keine Textilien verkaufen muss, um eine Wortmarke der Nizzaklasse 25 zu verletzen.

Es genügt für ein Design Geld für Nutzungsrechte zu erhalten und
als Designer genannt zu sein.

Ist das nicht irre. Hallo Webdesigner ihr seid nun für die Markenrechtsverletzungen eurer Kunden (mit)verantwortlich; hallo Fotografen und Designer von Stockbildmaterial ihr seid neuerdings (mit)verantwortlich für Markenrechtsverletzungen, die mit euren Designs auf Kundensites erfolgen. Wenn Markenverletzung mit eurem Design erfolgen und ihr genannt seid, riskiert ihr eine Abmahnung mit Kostennote und Anwaltszwang, so denn man sich wehren will. Und meckert nicht, ihr habt ja Geld für das Nutzungsrecht erhalten, dann könnt ihr auch mitbüsen.

Wer Prozeßkostenhilfe braucht, darf sich auch noch als Kostentreiber beschimpfen lassen. Wer Prozeßkostenhilfe beantragen muss, geht mutwillig vor. Jawohl!

Wie im richtigen Märchen mit Trollen, die Wörter stehlen und bösen Hexern, die leere Werte mit Zauberwerten füllen und arme, kleine Freelancer in den Schuldturm verbannen, beginnt auch diese Geschichte mit „es war einmal …“

Es war einmal, dass Marken der Kennzeichnung der Waren und Leistungen zum Zwecke der Herkunft dienten. Heutzutage genügt es Texte auf T-Shirts als Herkunftsnachweis zu deklarieren und per Patent- & Markenregister mit einer Wortmarke der Nizzaklasse 25 zu monopolisieren. Und schon hat der T-Shirtladen um die Ecke sein ganz persönliches Wort. Da ist es ganz egal, dass der Durchschnittskonsument die Dekoration zur Kenntnis nimmt, die generische Bedeutung interpretiert aber nie im Traum darauf käme, dass es sich dabei um ein Herkunftskennzeichen handeln könnte, also einer Marke.

Auszug aus Zazzle shopaholic tshirt kollektion
Auszug aus der Zazzle.com Shopaholic Kollektion von verschiedenen Designern

Richter Enderlein vom Landgericht Hamburg unterstellt den Designern, dass sie dieses „Shopaholic“ als Herkunftsnachweis nutzen und dass der Durchschnittsverbraucher in diesen „shopaholic“-T-Shirts nicht wie das Kammergericht Berlin treffend feststellte:

eine humorvolle Aussage – im Sinne einer Auszeichnung – über den Träger der T-Shirts

erkennen
(Quelle: KG, Beschluss v. 07.06.2011 – 5 W 127/11 – “Es fehlt bei einem Aufdruck “HELD [Symbol eines Händedrucks] DER ARBEIT” quer über der Vorderseite eines T-Shirts an einem kennzeichenmäßigen Gebrauch”).

Der abmahngeschulte Blogger hat hier nun ein großes Verständnisproblem. Ich habe noch nie verstanden, warum jeder alberne Text auf einem T-Shirt plötzlich Kennzeichnugskraft haben soll. Warum mir unterstellt wird, ich sei ein Markenzombie, der nur noch in Marken denke. Ich verzweifle innerlich seit 2008 an meinen Designerkollegen und den Sprechern der Print-on-Demand-Dienste, die mir seit sechs Jahre erklären, dass generischer Text auf T-Shirts Markenzeichen mit echter realer Kennzeichnugnskraft sind, sobald diese nur im Markenregister als Wortmarken registriert sind (mehr braucht’s nicht). *KOPFKLATSCH*

Es ist soooooh überfällig, dass dieser richterliche Knick in der Optik, diese schräge Vorstellung vom Durschnittsverbraucher, dem sein Sprachverständnis abgesprochen wird und dem unterstellt wird, dass er

  1. das Wortmarkenregister der Nizzaklasse 25 auswendig kennt und
  2. in dem Wort ein Herkunftskennzeichen entnimmt, aus den Beschlüssen verbannt wird.

Selbst wenn ich zugestehe, dass dem Kunden bekannt ist, dass er weiß, dass die Wortmarke existiert und ich formal zur Kenntnis nehme, dass dieser T-Shirt-Verkäufer und Markentroll sich das Recht erworben hat, seine Waren (T-Shirts) mit dem Wort zu kennzeichnen, in welchem Bananenstaat leb‘ ich denn, wenn das bedeutet andere T-Shirtverkäufer wird untersagt ordinäre Umgangssprache zu nutzen. Der T-Shirt Kunde will z.B. zum Ausdruck bringen, dass er ein begeisterte Griller ist und findet den Reim „Chillen&Grillen“ cool. Dieser Ausdruck seiner Sprache, unserer Sprache dient der Verständigung, es ist Kommunikation zwischen T-Shirt-Träger und den Menschen die das T-Shirt lesen. Es geht dabei bestimmt nicht um die Herkunft einer Ware oder Dienstleistung, allenfalls um das Grillfleisch und das Bier des nächsten Grillfests vom Supermarkt um die Ecke. Die Studie will ich sehen, die etwas anderes behauptet. Kein Richter (von Richter Enderlein vom Landgericht Hamburg abgesehen) kann ernsthaft glauben, dass bei jedem Text auf der Brust T-Shirt-Träger und T-Shirt-Leser primär an ein Markenkennzeichen denken.

Die Weigerung mir Prozeßkostenhilfe zu gewähren und der Beschluß des Richter Enderleins sind Beleg dafür, dass am Hamburger Gericht die Regeln eines Bananenstaates herrschen. T-Shirt-Designer und T-Shirt-Händler haben durch Beschlüsse, wie die des Richter Enderlein, einen rießen Maulkorb, der täglich wächst. Was gestern noch ein generisches Wort über die Brust geschrieben war, ist morgen unwiderufliich ein kennzeichenmäßiger Gebrauch einer Wortmarke (lt LG HH).

Aber hey was gestern noch ein lustiges Kraut&Rüben-Shirt war, ist plötzlich ein Markenshirt, na gut eine ja nö … korrektweise trägt der Mensch nun eine Markenfälschung.

Laut gegnerischem Anwalt und Richter Enderlein gebrauche ich „shopoholic“ mit Kennzeichnungskraft und Verwechslungsgefahr zur Wortmarke „shopaholic“ auf diesem Shirt:

shopoholic T-Shirt

als Beweis vergleicht er ein Championshirt mit meinem Shopoholic-Shirt

Vergleich Champion und Shopoholic

Auf den ersten Blick scheint es fast zu überzeugen, wäre da nicht der Fakt, dass ich den Brock Script Font von Dieter Steffman verwende und der keine besondere Unterscheidungskraft besitzt. Das ist ein weit verbreiteter freier Font. Die kleine Auswahl der Shopaholic-Shirts oben zeigt, dass die Position nichts bedeutet, dass es als Marke genommen werden kann aber durchaus gängig unter ganz normalen Funshirts ist, die ohne markenmäßigen Gebrauch als Selbstaussagen über den T-Shirt-Träger vom T-Shirt-Träger und T-Shirt-Leser (Durchschnittsverbraucher) verstanden werden.

Die Prozeßkostenstelle und Richter Enderlein gehen mit verschlossenen Augen durch Hamburg oder rätseln bei jedem T-shirt mit Text, welcher Marke es zugehörig ist, oder warum wird meinem Fall keine Erfolgsaussichten zugesprochen, wo der kennzeichnende Gebrauch klar und eineindeutig fehlt (siehe zazzle Kollektion oben).

Daran ändert auch nichts, dass Urteile in der Vergangnenheit dafür gesorgt haben, dass sich keiner mehr traut den generischen Begriff Champion auf ein T-shirt zu schreiben.

Nichts gegen das Logo und die Marke, aber mit welchem Recht verhindern sie die Shirtkommunikation mit generischer Sprache und verweigern T-Shirt-Trägern die Vielfalt von Print-on-Demand Diensten?

Chanmpion-Shirt
Champion generisch gesetzt, denn keine Ähnlichkeit mit dem Logo des Champion-Textilunternehmen

Das Shirt wird es nicht geben, denn eine Wortmarke verhindert das. Designer mit Erfahrung, T-shirt-Händler und Print-on-Demand-Sites wie Spreadshirt kennen das Verhalten (Abmahnfreudigkeit) des Unternehmens. Das Wort ist monopolisiert, das gibt es nicht mehr. Wir leben nun einmal in einer Bananenrepublik und es hat sich noch kein Staatsanwalt gefunden, der das Champion-Unternehmen wegen Nötigung an die Kandarre nimmt. Generell findet sich kein Staatsanwalt, der die Abmahnpraxis als das sieht was es ist: eine Nötigung.

Es gab einmal einen Designer der hatte Wortspiele mit Veni Vidi Vici gespielt, vermutlich war ihm dabei eine Flasche Vodka behilflich, denn er kam auf die Idee zu „Veni Vidi Vodka“. Nastrovje Tovarisch und schon nahm er den Lorbeer Kranz der uns allen so gut bekannt ist von russischen Stalin und Lenin Portraits. Ein Hoch auf den Vodka. Heraus kam ein gelungenes T-Shirt. Das T-Shirt gibt es nicht mehr. Es musste wegen einer Wortmarke gelöscht werden und das obwohl die Idee immer noch als frei gilt. Designer und T-Shirt-Händler haben akzeptiert, dass sie, T-Shirt-Träger und T-Shirt-Leser (Durchschnittsverbraucher) keinen witzigen Trinkspruch erkennen, wenn sie ihn sehen.

Wer mit gesundem Menschenverstand riskiert für 100 Euro an Nutzungsgebühren für ein T-Shirt-Design im Jahr ein Prozeßkostenrisiko von 8.000-24.000 Euro. Insbesondere, wenn man mit Richter Enderlein vom Landgericht Hamburg rechnen muss, der eben den gesunden Menschenvrstand zuhause läßt (Stichwort: Durchschnittsverbraucher = Markenzombies).

An die Würde des Richteramtes zu glauben und das einem Hamburger die T-Shirtwelt nicht fremd ist, dazu gehört schon eine große Portion Optimismus und Idealismus. Ein Optimismus der mir einen bösen Knüppel zwischen die Beine geworfen hat und ein Idealismus der nicht still sein will.

Es ist ja nicht so, dass sich diese Unsitte nicht verhindern ließe, aber ich Menschlein allein werde das nicht leisten können. Ich brauche Belege, Aussagen und Geschichten die Beweisen, dass wir eine lebendige und gesunde T-Shirt-Kultur haben und dass T-Shirt-Träger die Kommunikation mit ihren T-Shirt-Lesern genießen und leben und eben keine Markenzombies sind.

Dass so ein Design auf Spreadshirt auch in den Augen des gegnerischen Anwalts ganz unschuldig sein kann. Auf einem Print-on-Demand Angebot mit Confomat, in dem man selbst sein T-Shirt gestalten kann, steht das Design nicht notwendiger Weise alleine auf einem Shirt. Hier dazu noch einen Screenshot des Designs im Confomat, wenn ein Kunde damit seinen ganz eigenen persönlichen Spruch mit dem Design im Confomat kreiiert.

confomat shopoholic customization

Tut mir leid, das Design wurde per Beschluß vom Richter Enderlein auf Veranlassung der Honey Bunny und Pumpkin UG über deren Anwaltstrupp Meissner und Meissner für den Deutschen Markt verboten. Ich vermute das wird niemanden groß jucken.

Es geht aber auch um das Prinzip. Es geht um meine Sprache und um meine Kultur, nicht um „shopoholic“:

Und täglich stiehlt
der Raubzug der Markentrolle
uns unsere
Symbole, Worte und T-Shirt-Sprüche
bis alles weg ist. Dann aber Prost Mahlzeit.

Dein Lieblingsspruch könnte schon weg sein.

Schluß-Schlußwort:

Zusammenfassend, weil das Landgericht Hamburg, genauer Richter Enderlein, T-Shirt-Trägern und T-Shirt-Lesern die verbale Kommunikation nicht zusprechen will und uns alle für Markenzombies hält, hat mein Widerspruch angeblich keine Aussicht auf Erfolg. Ich bekomme laut letztem Stand der Dinge keine Prozeßkostenhilfe. Ich kann mich finanziell gesehen nicht wehren. Opfer einer Justiz mit Knick in der Optik.

Auf anderen Blogs:

Veröffentlicht unter Blinde Justitia, spreadshirt, zazzle | 1 Kommentar

Der Unterschied zwischen Recht und Unrecht

Ich verzweifele gerade etwas am Unverständnis meiner Peers. Nicht wenige von ihnen sind Kleinunternehmer, die im Netz publizieren und Leistungen anbieten. Ihnen ist das Wort Abmahnung kein Fremdwort. Pervers wird es, wenn man an eine UG mit zwei Patentanwälten gerät. Es ist nicht so, dass es nicht jeden Kleinunternehmer jederzeit unerwartet erwischen kann.

Vor Monaten hat man im Geschäftsverkehr ein Wort verwendet, das mit einer Wortmarke verwechselt werden könnte.

  • Es spielt keine Rolle, dass der Durchschnittsverbraucher gar nicht versteht, worum es geht.
  • Es ist egal dass der Durchschniittsverbraucher nicht im Traum daran denken würde, dass das Wort das er sieht und liest nicht wörlich genommen werden soll.
  • Es ist egal, dass der Durchschnittsverbraucher den markenmäßigen Gebrauch nicht erkennt.

Es ist egal,

Markentrollen geht man aus dem Weg, nicht, weil man glaubt,

  • dass es moralisch ist,
  • dass es richtig/rechtens ist,
  • dass die Anwälte des Markentrolls im Recht sind oder
  • der Richter dem Sinn des Gesetzes gerecht wird.

Es ist egal,

Womit fängt der Ärger an? Mit einer Anmeldung für 600 Euro beim Markenregister eines beliebigen Wortes aus deiner und meiner Sprache von einem Markentroll, der die Füße stillhält bis die Widerspruchsfrist abgelaufen ist, so dass der Löschungsantrag bei der Masse der Anmeldungen, für den Wettbewerb sich nicht rechnet. Löschungen erfolgen nur noch bei besonderem Interesse. Der Ärger erfährt eine besondere Steigerung, wenn die Abmahnung nicht von einem sondern zwei Patentanwälten kommt, so dass die Kostennote teurer ausfallen kann und das Prozeßkostenrisiko schwachsinnig hoch wird und nicht mehr leistbar. Erhält man die Abmahnung kann man nun gleich klein beigeben. Unterlassungserklärung unterzeichnen und dem gegnerischen Anwalt zwishen 600 bis 1500 Euro spendieren, und wer sich vorher vom eigenen Anwalt beraten lassen will, dem ein gleichhohes Honorar zahlen. Unterschreibt man nicht und vertraut auf den gesunden Menschenverstand des Richters, kostet es auch 2000 Euro.

Übrigens ist das Wort erst registriert, steigt der Wert des Wortes laut gegnerischem Anwalt auf wundersame Weise auf 50.000 Euro. Außer den 600 Euro Gebühr für das registergericht muss der Markeninhaber noch keinen weiteren müden Cent investiert haben. Mit den 50.000 Euro ist es eine Angelegenheit für das Landgericht und damit gilt Anwaltszwang. Das Landgericht bestätigt den Wert auf 20.000 Euro. Niemand mit gesundem Menschenverstand zahlt für ein frisch beim Markenregister angemeldetes Wort 20.000 Euro. Der Betrag ist fantasiereich und vollkommen unrealistisch und die Angelegenheit nun eigentlich eine Sache des Amtsgerichts. Dorthin wird sie aber nicht verwiesen. Der Richter vom Landgericht beschließt. Dafür hat er einen Formbeschluß, einen Vordruck, in den er den heruntergesetzten Fantasiewert 20.000 Euro einträgt und im Falle der Wiederholung mit bis zu idiotischen 250.000,– Euro oder sechs Monaten Haft droht. Keine Angst das „bis zu“ ist entscheidend, was der Wiedeholungsfall kostet bleibt ein Mysterium.

Plötzlich ist man der Abmahnung bzw. einem Fehlurteil/Fehlbeschluß ausgeliefert, das zu bereinigen einen in erster Instanz fast 8000 Euro kostet. In zweiter Instanz kostet das 14.000 Euro. Und man selbst geht
auf den Gegner nicht mit gleich zwei Anwälte los. Wird man mit der Prozeßkostenhilfe im Stich gelassen, bleibt einem nur, für ein Fehlurteil/Fehlbeschluß dem Gegner 2000 Euro zu spendieren.

Wieso glaube ich, ein Opfer der Justiz zu sein?

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Blinde Justitia | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Zazzle off the hook?

Zazzle deactivated all of pi shirts because they received a cease and desist that seemed to say so. Mind you they deactivated all shirts containing the pi symbol regardless of the likelihood of confusion. Either zazzle has absolut dumb twits for legal consultants or let their apprentice make this kind of management decisions. As short as the removal might have been, with this action they went completely overboard and acted hasty. And worse the communication: when informed that a shirt design is not infringing on the trademark due to a lack of likeness and that the symbol is imbedded in a context that makes a confusion with any trademark inconceivable, the response was the same form mail I had received when my pi shirts where removed and was hardly an answer to my mail. I never received a response to my seconde mail, when I told them to stick it where no grass grows.

The problem remains, zazzle has no functioning review in place. And so far they don’t admit to it and they don’t show any indication that they want to change the situation.

see also

Veröffentlicht unter Blinde Justitia, zazzle | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Zazzle off the hook?

Yes, the symbol Pi is not a trademark

In the public eye, zazzle is let of the hook. The only response out there is the misconception that symbol π has been trademarked. In fact an image containing a shape that looks like the greek letter pi has been trademarked and is as such described in the register. Every image entered for trademark has a description included. The Greek letter is genereric and is not a trademark.

 Trademark vs  Design

The trademark is not pi. The trademark is mistaken for pi.

The trademark causes problems because there is a clause in trademark law that prohibits companies to imitate trademarks to create a likeness that can be confused with the original trademark. In the claim zazzle was asked to take down all designs with pi because this would cause customers to believe, that this shirt would be from the pi corporation inc., which is nonsense. It is annoying, that this company generated publicity but in a month or two most will have forgotten about thiis company and pi will once again be pi, the Greek letter, the symbol for the factor of the circumference, the placeholder for 3.14… and the icon used in jokes with the phononym pie and pi. It will stand once again for the mysterious fact that paperclips will fall on the edge of circles. And but a few will remeber that the trademark is not pi.

One can only hope, that a judge, asked to rule on this trademark, will find, that there is no likelihood of confusion since a pi is pi and will be recognized as greek letter and never as ever as trademark.

The problem is, that the image of the trademark has been made infamous and there might be a judge out there who may find, that the trademark is legitimate and that the rules apply.

Likelihood of confusion tm VS pi

Until the ruling is in, standalone Pi-symbols on shirts present a risk. In my experience you can’t trust judges with common sense. The trademark is weak and it should be ruled far too generic as to prevent other shirt shops from selling shirts with the Greek letter pi on the front that present a certain similarity to the logo, esp. since these shirts have been plenty on the market long before the trademark was registered.

Let’s hope for the best and common sense.

See also:

Veröffentlicht unter Blinde Justitia, Shopping, zazzle | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Yes, the symbol Pi is not a trademark

The fat Lady Zazzle sang

All the fuss is quieting down. Zazzlers applaud zazzle for reinstating all Pi-Shirts and „taking a stand“ underneath their statement „RE: Pi Trademark “ on the Pi incident in the forum. My neck hair curls with each „Well done“ OMG it is good and nice that zazzle corrected their mistake in short time and did it swiftly by reinstating all Pi shirts even those, that pose a risk to be mistaken with the trademark and that could be construed as a willful infringement. Risk of „Willful infringement“ was the reason given by zazzle for their radical action, an action that affected designer worldwide. Zazzle deactivated by keyword removing far, far more than neccessary not only in the US where the trademark is valid but shirts were deactivated worldwide.

The law turns private-sector service providers like zazzle (google, apple, etc.) into de-facto regulators, who can’t provide due process or implement the law correctly.

The fact that zazzle is not distinguishing in the publishing tools between countries poses a problem for German zazzlers. US zazzlers get a cost free warning if there is a problem with US trademarks. Germans get a cease&desist that costs money without prior warning, assuming a willful infringment from the start. Germans pay even for frivolous claims if they can’t afford to hire a lawyer or can afford a laywer but get a judge annoyed with trademark nuisances and rule splitting costs for the dispute and there are plenty of 1€ UG (cheap form of a Ltd.) with bogus trademarks that view the German trademark register as their new personal money printer. They invest very little for their limited liability and flud costly cease&desist notifications on unsuspecting freelancers. These UGs become the laywers best friends.

Now! Why is zazzles way of publishing a problem? Many don’t realize, that opening an account on zazzle.com automatically opens this account on any and all zazzle sites all over the world. Most freelancer don’t distinguish enough between who offers and sells the customized items. Their misconception makes freelancer, putting their design on zazzle, vulnerable to legitimate and frivolous claims. Since zazzle translates automatically, the freelancer might not even be responsible for using a term protected by trademark.

On the other hand, if in the US someone files a claim concerning a US trademark against zazzle and zazzle sees the need to act fast they go overboard and retract items unaffected by the claim due to unrelated content as well as by areas in which the claim is invalid. Retracting all these items among them good selling ones and or with a solid link history hurts the freelancers income.

Zazzle has a risky way of implentation by not offering the option to exclude countries to avoid trademark claims and hurts freelancers by pulling too much, pulling items for no good reason.

This is hardly a good reason to applaud zazzle. A simple thank you for rectifying their mistake in the first place will suffice.

As for zazzlers living in Germany, receiving a cease&desist, called Abmahnung, remember you don’t sell anything to customers in Germany via zazzle, zazzle sells. You sold the right to use your design on a sale to sale basis to zazzle in the US. Refer them to zazzle and it helps to open your account on zazzle.com on principle, thereby moving the administration of your designs to the US, too.

On a closing note. Let’s enjoy zazzle and hope that judges realize, that the limitation of trademarks need to be redefined.

Pi is Pi not a trademark. Our language, our words are a means to express ourselfs they are not trademarks. Common icons have a cultural history, transport messages based in their cultural history, they are not trademarks. A paw print ia a paw print, a styalized laurel wraith is a styalized laurel wraith. In most cases the perception is that of the generic. Trademarks is like an iceberg, its only the small top in the publics eye. The rest is hidden underneath the water and has no effect on the perception. There is no confusion with the trademark, since the trademark is only known to the register and a few friends of the trademark owner. It is high time, that this is understood and taken into account with trademarks. Let’s get rid of the trademark trolls.

Follow up and a closing word to Zazzle plays blind justice with Pi-Shirts and the Pi-scandal.

Veröffentlicht unter Blinde Justitia, Shopping, zazzle | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Zazzle plays blind justice with Pi-Shirts

Zazzle startet to delete all shirts related to the math symbol Pi, claiming they’re forced to due to claims (see zazzles Pi cease&desist note) made by a third party holding a registered trademark consisting of the following version of pi:

Pi-Symbol This Pi-Symbol is released under Public Domain on the Wikipaedia or rather Wikimedia, which means no claims whatsoever are made. It allows free reign to use it any way one pleases including using it as part of a trademark.

Clearly it is against the spirit of the public domain to trademark an image under the public domain and thus restricting the usage. Besides such a trademark tends to side on the side of generic and if it is widely used for years long before the trademark was registered, if in general it is recogniced as a math symbol, it most definitely is very weak and should easily be declared generic.

But sadly this is not the real issue here. It is zazzle that claims to risk willful infringement and thereby risking legal fees that hurt. Zazzle interpretes broadly to the extreme the „likelihood of confusion with the trademark“ which is the basis of any willful infringement. Any plain pi-symbol with or without period presented on its own may potentially be mistaken with the trademark in question registered by this trademark troll. Though in reality most will mistake the logo, registered as trademark, for the math symbol and will clearly fail to recognize the symbol as trademark.

Unfortunately if even remotely one can assume a likelihood of confusion with the trademark we run the risk of infringing on the trademark and that the trademark holder finds a judge, who didn’t keep up with todays T-shirt culture, to confirm this frivolous claim. Yet this still does not mean that any and all pi symbols suddenly present a financial risk and forces zazzle to pull every single shirt with the pi symbol on it. Many of the deleted pi shirts didn’t pose any risk at all.

But zazzle removed them anyway.

Pi-Rat Design

This pi-rat doesn’t stand a chance on shirts on zazzle at the moment. This clearly is ridiculous but zazzle won’t budge. Any and all pi shirts are now gone, regardless whether a confusion with the trademark was likely or even remotely conceivable. They closed the discussion in their forum, too. Since I posted my success on competitor sites after receiving the same dumb answer twice and the temperature got more and more heated, not really surprising.

No, zazzle, I lack understanding and you’re not excused for your misconduct.

Update:  Zazzle reinstates all Products. Read their statement in the zazzle forum: „Re: Trademark Pi“

More on the subject from other zazzlers and interested parties:

German blog posts on the subject:

Artikels on the subject in this blog:

Since Zazzle decided to toss any and all Pi-Shirts regardless whether the claim has or hasn’t a shred of a chance, here my pi-shirts on competitor sites selling in the US, AU and EU:

My guess, Zazzle competitors say thank you for redirecting business. 😉

Zazzle has reviewed and reinstated all Pi-Shirts and is undoing their radical action. That’s good and nice. So here is the link to my Pi-Shirts on Zazzle:

Pi-Day is every day, official Pi-Day next March the 14th may come.

Veröffentlicht unter Blinde Justitia, zazzle | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Zazzle plays blind justice with Pi-Shirts

Glasmalerei – Einen grünen Stiel für die Tulpe

Tulpen-Windlicht

Glasschale in Tulpenform für Sahne, Eiscreme oder als Windlicht unbearbeitet

Diese Schale ersteigerte ich auf eBay für den symbolischen Preis für einen Euro. Schon als ich mein Gebot abgab, stellte ich mir das Glas mit grünem Fuß vor. Als die Schale schließlich eintraf, fehlte ihre der Funke. Nett war mir nicht schön genug. Die Glasschale war zu groß für meinen Bastelofen und einmal von schlichtem Salzteig abgesehen, halte ich die chemischen Ausdünstungen von Bastelfarben und Formmassen für ungesund und haben m.E. in der Küche mit offenen Lebensmitteln nichts verloren. Eine robuste Lösung bietet laut Produktbeschreibung die Glasfarbe der Marke Marabu mit der Bezeichnung „Glas“, die auch ohne Brennen nach 72 Stunden spülmaschinenfest ist.

Zur Vorbereitung richtete ich mir die frisch gespühlte Schale, Brennspiritus, die Glasfarben Grün und Gelb, 24tlg Echthaarschminkpinsel-Set, keilförmige Schminkschwämmchen, Plastikhandschuhe und diverse Plastikdeckel vom Fruchsalat aus dem Supermarkt sowie eine Unterlage zum Schutz des Tisches. Am Ende benötigte ich zwei Schwämmchen, einen zum Reinigen des Glases und einen zum Farbauftrag, und einen Deckel in dem grün und gelb gemischt und vom Schwämmchen aufgenommen werden konnte.

Materialien für Glasmalere

Marabu Malfarben Glas, Spiritus zum Reinigen, keilförmige Schminkschwämmchen, Plastikdeckel vom Früchtesalat und Gummihandschuhe

Im ersten Schritt Plastikhandschuhe anziehen (so kommen keine Hautfette versehentlich auf’s Glas) und die Malfläche mit Spiritus gründlich reinigen, so dass keine Fettreste später dafür sorgen, dass die Farbe abblättert.

Die Pinsel, so stellte sich heraus, sind für größere gleichmäßige Flächen nicht wirklich geeignet. Eine günstige Alternative zu teuern Echthaarpinsel aus dem Künstlerbedarf sind sie allemal und damit ein echter Spartipp. Beim ersten Versuch hob ich mit dem farbgetränkten, triefnassen Pinsel einen halb angetrockneten Farbpatzen ab. Der Unterschied in der Dicke der Farbschichten ließ sich trotz aller Mühen nicht spurenlos beheben. Die beste Lösung ist es, die Farbe ohne Verzug unter dem laufenden Wasserhahn mit der rauhen Seite eines Spülschwamm komplett abzuwaschen und von vorne zu beginnen.

Wichtige Lektion für mich. Diese Form der Glasmalerei erfordert Geduld, da die Farbe in dünnen Schichten aufgetragen sein will, will man nicht den typischen ungleichen Look der Fensterbilder mit Windowcolor.

Für meinen Zweck, einer gleichmäßigen Fläche, stellten sich die Schwämmchen als sehr praktisch heraus. Kräftiger Druck hinterlässt eine dicke Schaumschicht auf dem Glas, die dann mit sanftem Tupfen wieder abgetragen und verteilt wird. Das ergibt eine schöne, samtige Oberfläche mit vielen kleinen Mikrobläschen und ist deutlich schneller als mit einem halbtrockenen Pinsel eine feine Schicht um die nächste feine Schicht und nächste feine Schicht, …, über über … nächste Schicht Farbe aufzutragen.

Mit dem Schwämmchen hatte ich in einer 1/4 bis 1/2 Stunde zwischen 6 und 7 Schichten aufgetragen, bei konstant tupfen (vertikal ohne die Farbe zu schieben), Glasobjekt drehen und tupfen, tupfen, kräftiger Tupfer gefolgt von, sanft, sanft, sanft, … bis die Tulpe einen Stiel im satten Grün hatte.

Tulpenförmige Glasschale

Tulpenförmige Glasschale nach der Bearbeitung mit grünem Stiel.

Mit dem grünen Fuß sieht die Schale viel lebendiger aus. Jetzt muss die Schale noch 72 Stunden trocknen.

Veröffentlicht unter Basteln | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Glasmalerei – Einen grünen Stiel für die Tulpe

Tooltip: Autoersetzen mit Autohotkey

Am Wochenende habe ich mir die Videocasts „The Art of Code“ von Ted Forbes zu Webdesign & Coding angesehen. Mehr aus Neugierde, viel Neues kam dabei für mich nicht raus, diese sind geeignet für Anfänger auf diesem Gebiet. Aber eines war dann doch ein echter Augenöffner und definitiv einen Tooltip-Beitrag wert.

TextExpander für Mac

TextExpander ist ein Autofill/Textreplacer für Mac. Nun habe ich einen Windows PC, der TextExpander nutzt mir wenig und die Variante die einem zuerst als Windows-Variante begegnet, war auch nicht so mein Ding. Fündig wurde ich unter autohotkey

Mit autohotkey kann man sehr viele Tastenkürzel mit Aufgaben belegen u.a. mit Autoersetzten, z.B. das Akronym bzw mit „beziehungsweise„. Nichts nervt mich aber mehr, wenn mitten im Tippen eine Autofunktion übernimmt. So etwas hat mich schon immer extrem irritiert. Ted Forbes teilt mit mir offensichtlich diese Haltung und hat dafür wie man sieht eine Lösung gefunden, er stellt ein Semikolon vor die Zeichenfolge. Dies kommt weder in der Alltagssprache noch in der Programmiersprache vor und ist damit eine recht sichere Methode eine ganze Reihe von Autoersatzkürzel anzulegen.

Wie stellt man sowas mit autohotkey her?

  1. Man installiert autohotkey
  2. Man erzeugt mit einem Texteditor eine Datei, die die Erweiterung *.ahk hat
  3. Diese Datei füllt man mit den Kürzeln, die man on the fly ersetzen möchte, z.B:
    ::;p::<p></p>{left 5}
  4. Speichert die Datei und doppelklickt die Datei, damit wird überall, wo in Windows eine Texteingabe erfolgt, automatisch ;p durch <p></p> ersetzt und auch gleich noch der Cursor 5 Schritte nach links zwischen die P-Tags gesetzt.

Wer nicht mehr will, als ein wenig Text ersetzen, muss sich nicht mehr als die doppelten Doppelpunkte merken. Wer mehr möchte, sollte sich die Syntaxreferenz und Tutorials unter de.autohotkey.com ansehen. Hier noch ein paar nützliche Schnipsel, soweit ich diese für mich genutzt habe:

  1. Zeichen Ersetzen:
    ::abk::Abkürzung
  2. Cursor n Zeichen zurück:
    {left n}
  3. crtl & c ersetzen durch Copyright:
    RAlt & c:: Send ©
  4. Aktuelles Datum einfügen:
    ::_dat::%A_dd%.%A_MM%.%A_yyyy%
  5. Mehrzeiligen Text einfügen:
    ::txt::
    (
     
    )

Viel Spaß und mehr Zeit für die coolen Sachen im Leben.

Veröffentlicht unter Tools | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Tooltip: Autoersetzen mit Autohotkey

Gone Foto-Hiking (Tamrac Backback Review)

Aktuell zap ich durch die „How to“-Videos zum Thema Fotografie und stieß dabei auf einige Reviews der diversen Foto-Taschen und -Backpacks. Allerdings scheint mir haben die meisten die Rucksäcke und Taschen dafür nicht wirklich unterwegs im Einsatz gehabt. Meine erste Begegnung mit einem Fotobackpack war mit einem Lowpro und obwohl das Gadget einen praktischen und soliden Eindruck macht, wenn man es so in der Vorstellung sieht, hat es eine ganz entscheidende Schachstelle. Im Alltag ist man oft genug nicht mit dem Kopf bei den Quirks der Tasche sondern auf das Motiv und das Terrain konzentriert, insbesondere wenn man querfeldein unterwegs ist. Wer hier gerade einen steilen Hang hinaufkrackselt und hinter sich ein atemberaubendes Panorama entdeckt, hat nicht unbedingt seinen Kopf bei den Rahmenbedingungen seiner Tasche und schwupps wird nicht darauf geachtet, ob die Sicherheitslasche eingeklinkt ist, die einen davor bewahren soll, die Lasche der Tasche zu weit zu öffnen. Schwupps hat man den Reissverschuß ein Stück zu weit geöffnet und plumps — da kullert das teure Teleobjektiv aus der Tasche und den Hang hinunter. Nein. So ist es mir nicht ergangen. Als das Tele in einem kurzen, unachtsamen Moment _mir_ aus der Tasche kullerte, waren es nur wenige Zentimeter bis zum kalten, harten Asphalt meiner Heimatstadt. Dennoch war mein Schrecken groß und ich fürchtete schon das Objektiv abschreiben zu können. Damit war der Lowpro Fotobackback für mich gestorben. Er ist jetzt die Aufbewahrungstasche für Zuhause für meine erste selbst mit Taschengeld und Aushilfsfjobs als Schülerin ersparte Spiegelreflexkamera.

Begeistert bin ich vom tamrac evolution (ich habe den kleinen 6er).

Wenn ich losziehe habe ich den Rucksack gewöhnlich noch auf dem Rücken mit beiden Gurten auf den Schultern, erst mit dem ersten Motiv, das mir begegnet, wechsle ich in den Slingshot-Modus des Rucksacks. Und das schöne am tamrac ist, dass er nun mehr einer Fototasche gleicht als einem Fotorucksack und dabei die Sicherheit für die Ausrüstung bietet, die bei empfindlicher Fotoausrüstung einfach ein Muss ist.

Das folgende Bild zeigt meine übliche Ausgangsituation, wenn ich die Kamera via seitlicher Lasche der Foto-Slingshot-Tasche (~Backpack) entnehme:

Tamrac - Stauraum in der Seite (Slingpack Rechtshänder unten)

Was habe ich sonst wo verstaut?

Tamrac - Objektive via Frontlasche

Via Frontlasche komme ich an das große Tele- und das Weitwinkel-Objektiv. Die beiden Filter-Täschchen sind seitlich und (wie man sieht) bequem von vorn zugänglich. Meist, wenn ich die Kamera dann um den Hals oder über die Schulter trage, habe ich die beiden Objektive aus ihrem angestammten Platz genommen und ins Fächle via Seitenlasche umgepackt, so dass der Objektivwechsel schnell und sicher ausgeführt werden kann. Dabei entsteht zwar ein kleines Chaos bei dem Objektive im Seitenfach kreuz und quer umher kullern. Nur gut, dass sie leichter zu unterscheiden sind als europäisches Wechselgeld. Die Objektive lose und ungeordnet hinter der Seitenlasche ist besser als beim Objektivwechsel auf die Frontlasche zugreifen zu müssen und mangels dritten und vierten Arm recht unbeholfen mit Tasche, Kamera und Objektiv einen recht ungelenken Twist abzukrampfen oder aber den Rucksack in stabiler Lage irgendwo ablegen zu müssen … womöglich optionslos in feuchten Moder&Dreck, den man anschließend fast unvermeidlich via Rucksack über die Kleidung verteilt.

Über der großen Seitenlasche zum Hauptfach ist noch eine kleine Seitenlasche mit Fächern, die ich für Ersatzakkus und Fernauslöser, Batterien (für die Canon Powershot, die kleine Immer-dabei-Hosentaschenkamera) und Ersatzspeicherkarten nutze.

Stauraum in der Seite (Slingback Rechtshänder unten)

Der Tamrac evolution hat beidseitig Laschen, um an das mit Polstern und Klettverschlüssen unterteilte Hauptfach zu gelangen. Das rechte Fach ist bei mir das untere Fach, wenn ich den Rucksack als Slingshot trage und damit beherbergt dieser Teil die von mir nur wenig genutzten Dinge wie Blitz, exotische Filter und Winkel-Okular. Auf dieser Seite befindet sich auch das Fach mit dem Regenschutz für den Rucksack.

Bleibt das Fach frontal über dem Hauptfach.

Stauraum im Fächle oben

Hier habe ich derzeit den Regenschutz für mich, wenn ich bei schönem Wetter losziehe und von schlechtem Wetter überrascht werde, Ein Fernglas und einen McKinley Reserverucksack für Fundsachen (Zapfen, Steine, etc.), kleine Einkäufe, wenn man auf dem Rückweg am Supermarkt vorbeischlendert oder Andenken und Geschenke für Daheimgebliebene, die man im Urlaub am Wegesrand shoppen geht. Da man den tamrac als Slingshot tragen kann, kann der Reserverucksack auch etwas voller und schwerer werden. So genießt man weiterhin die erforderlichen Armfreiheit für Fotoshoots. Allerdings gleicht man Heimatvertriebenen, die nur retten konnten, was sie am Körper zu tragen vermochten. Wer Kontaktscheu ist, das ist ein guter Weg mit Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Die halten der Neugier nicht lange Stand, was es mit der seltsamen Person mit dem Taschengebammel und der Kamera auf sich habe.

Tamracs Plan für den Transport des Stativs habe ich getestet, aber zumindest mit meinen Stativen (Drei~ & Einbein~) ist das eher ein elendes Heckmeck, so dass ich das lieber separat in einem Stativ-Köcher mitführe. Womit ich dann auch gleich zusätzlichen Stauraum für ein Einbeinstativ (unterwegs gewöhnlich mehr Spazierstock als Fotostativ) und einer Bastmatte habe. Eine Bastmatte ist leicht und geeignet, um nicht in jeden Dreck liegen zu müssen, wenn man z.B. dem Käfer am Wege Auge in Auge begegnen will und auf dessen Augenhöhe in den Pixelspeicher bannen möchte.

Stativköcher mit Ein- und Dreibeinstativ und Bastmatte

Irgendwann werde ich vielleicht mal noch testen, ob ich nicht die seitlichen kleinen Schlaufen am tamprac evolution dafür nutzen kann, einen geeigneten steiferen Köcher anzubringen, in dem dann das Stativ einen sicheren und leicht zugänglichen Platz hat, so dass ich nicht mehr das Gewurschtel habe mit Slingpack, ReserveRucksack und Stativköcher und womöglich noch einer keinen Handtasche – so nicht selten auf Santorini der Fall – bei dem man sich merken muss, in welcher Reihenfolge man sich das Gebammel an den Körper gehängt hat, wenn man sich zum Essen in das Gartenlokal oder Restaurant setzt.

Prall vollgestopft ist der tamrac ein klein wenig zu groß für die Mindestmaße der Handgepäcksbestimmungen, wobei auf dem Hin- und Rückflug Stuttgart – Athen hatte ich damit keine Probleme. Ich gehe davon aus, dass man schon an sehr übel gelauntes Personal geraten muss, dass die 2-5 cm zum echten Problem werden.

Apropos Handgepäck — unsicher wie strikt Fluggesellschaften die Handgepäcksregel beachten / durchsetzen und welche Rolle die Damenhandtasche dabei spielt, wie groß eine Damenhandtasche sein darf, wenn die Dame einen Fotorucksack mitführt, habe ich das Thema elegant umgangen, indem ich die Taschen einer Fotografenweste vollstopfte. Diese Weste – ebenfalls ein tamrac Product – ist ein Wunder der Staufähigkeit. Die Innentaschen fassen ein Mininotebook, Skizzenblöcke, eReader oder Paperback-Reiselektüre, eigentlich den kompletten Inhalt eines Malerköfferle mit Farben und Pinseln und Federmäppchen. In alle anderen Taschen bringt man dann Schminktäschchen, was man so in einen kleinen Handkoffer für die erste Nacht packt, sollte der Koffer eine andere Route nehmen als man selbst, Erste Hilfe Apotheke und Notiz~/Skizzenbuch, Sprachführer, Straßenkarte des Zielortes sowie die sonstige kleine Elektroniksammlung des modernen Menschen. Bis auf das Schminktäschchen hatte ich das in der Tat alles in der Weste. Allerdings geht das Gewicht auf die Nackenmuskeln – dafür ist die Weste dann doch nicht ausgelegt. Der Inhalt wanderte am Zielflughafen von der Weste in den ReserveRucksack. Voila, Handgepäckdilemma der Economy-Class umschifft.

Neben einer Schultergurt-Versteifung, ~verstärkung / Nackenpolsterung ist bei der tamrac Fotografenweste noch etwas verbesserungsbedürftig – so sieht das Schwarz nach nur einem Urlaub in der noch recht milden Fruhjahrssonne des griechischen Mittelmeeres aus:

Tamrac Fotografenweste sonnengebleicht

Und wie sieht es mit den Gebrauchsspuren des Backpacks aus? Erstaunlich gut. Zwar geht auch am tamrac evolution 6 das auf und ab, hin und her, das Zuggeschrubbel eines Gepäckfaches, das rein und raus aus dem Kofferraum des Autos nicht spurlos vorbei …

Gebrauchsspuren an der Stativfußtasche bei intensiver Nutztung

Das ist bislang alles, das vom bewegten Leben des Rucksacks erzählt. Alle anderen Stellen zeigen noch keine Abnutzung. Respekt.

Alles in allem ist dieser Rucksack sein Geld wert.
Anschaffungspreis ca. 80 €, bzw. ca. US $ 110 bzw. ca. £ 80

Veröffentlicht unter Fotografieren, Produkttest | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Gone Foto-Hiking (Tamrac Backback Review)